Blechbearbeitung: Wann sich Automatisierung lohnt

Blechbearbeitung: Wann sich Automatisierung lohnt

Juni 2020

Die deutsche Fachzeitschrift «MaschinenMarkt» befragte dazu Fachleute aus der Industrie: nach Kriterien, Werkstoffen, Chancen und Grenzen der Automation. Was empfehlen sie der Industrie? Befragt wurden Spezialisten verschiedener Anbieter. Thomas Dörig, Head of Solution Center, konnte die Sicht von Bystronic einbringen.

Die Basisfrage lautete: «Warum sollten Blechbearbeiter überhaupt in Automatisierung investieren?» Wichtige Aspekte kommen im Artikel zur Sprache, wie beispielsweise Fachkräftemangel, Kostendruck, Materialqualität, Maschinenauslastung oder Prozessoptimierung beim Kunden.s.

Genau dort sieht Thomas Dörig einen wichtigen Ansatz:

«Thomas Dörig, Head of Solution Center bei Bystronic, sieht seine Kunden vor der Herausforderung, einerseits Blechteile schnell, flexibel und preislich wettbewerbsfähig anzubieten und andererseits die Aufträge reproduzierbar und mit konstanter Qualität zu bearbeiten. «Für beide Themen ist eine optimale Prozessautomatisierung bis hin zur mannarmen oder mannlosen Produktion ein wichtiger Treiber», erläutert er. Eine hohe und konstante Qualität ist für ihn heute im Markt entscheidend. «Die mannarme oder mannlose Produktion kann hier mit ihrem hohen Automatisierungsgrad den entscheidenden Unterschied ausmachen», sagt er.

Vor der Automatisierung sind zudem sowohl beim Kunden wie beim Lieferanten noch andere Hausaufgaben zu machen:

«Grundvoraussetzung für eine automatisierte Fertigung bis hin zur mannarmen oder mannlosen Produktion ist die Beherrschung der einzelnen Prozessschritte», merkt Dörig an. Dazu gehöre eine nahtlose und ebenfalls automatisierte Prozessüberwachung. Nach seinen Worten eignen sich wiederkehrende Aufträge als einfacherer Einstieg in die mannarme oder mannlose Produktion. Allerdings würden neue Software und Maschinen bereits den Weg hin zum automatisierten One-Piece-Flow ebnen.

«Wichtig ist, dass eine neue, automatisierte Blechfertigung nicht nur aus einer Anzahl neuer Maschinen und entsprechender Software besteht. Vielmehr wird damit ein komplett neuer Produktionsprozess eingeführt», sagt Dörig weiter. Somit komme dem Change Management, dem Training und der Betreuung des Kunden während der Projektphase einschliesslich Produktionsbegleitung eine entscheidende Bedeutung zu.»

In einem sind sich die Experten zum Schluss einig: 

«Trotz aller Automatisierung ist der Mensch immer noch unverzichtbar.» Dörig sieht drei wesentliche Aufgaben, die dem menschlichen Mitarbeiter erhalten bleiben: Er koordiniert, überwacht und lenkt die Produktion, wartet die Maschinen und stellt eine optimale Verfügbarkeit sicher und er liefert Expertenwissen, welches den Maschinen in vielen Bereichen immer noch voraus ist.

Aber: «Je mehr Automation, desto weniger Einsatz des Körpers», ergänzt Dörig.»